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Zwischen dem Wanderparkplatz Pfalzheim am Rande der Kyritz-Ruppiner Heide und dem Heideturm auf dem Sielmannhügel lädt eine neue Dauerausstellung zum Verweilen und Nachdenken ein. Die acht ausgestellten Mahnsäulen erinnern an die Geschichte des ehemaligen militärischen Geländes und sollen gleichzeitig mahnen, dass Friede nicht selbstverständlich ist.

Eröffnet wurde die Ausstellung am vergangenen Sonnabend im Rahmen des Programms "Heidesommer - 15 Jahre Freie Heide". Dazu eingeladen hatten gemeinsam der Landkreis und das Amt Temnitz in Kooperation mit der KAG Kyritz-Ruppiner Heide, der REG Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg mbH, dem Zukunftsnetzwerk Temnitz (Zukunft T), dem Naturpark Stechlin-Ruppiner Land sowie der Landkreisstiftung OPR. 

Die Mahnsäulen, die bisher auf oder am Rande des ehemaligen "Bombodrom"-Geländes standen und schon teilweise stark verwittert waren, wurden über mehrere Monate durch den Tischler Simon Schulte in handwerklicher Detailarbeit aufwendig restauriert. Die Säulen erinnern eindrucksvoll an den unermüdlichen Einsatz der Initiativen gegen das "Bombodrom". Inzwischen ist in der Heide bekanntlich Ruhe eingekehrt. Entwickelt hat sich nach dem Verzicht der Bundeswehr auf eine weitere militärische Nutzung des Übungsgeländes eine eindrucksvolle Heidelandschaft, die eine tier- und pflanzenreiche Vielfalt bietet und für Urlauber:innen sowie Einheimische touristisch erlebbar gemacht wurde. Die Kyritz-Ruppiner Heide, mittlerweile Teil des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land, ist ein beliebtes Ausflugsziel für all diejenigen geworden, die friedliche Ruhe und eine ungestörte Weite suchen. Die Projektverantwortung und das Kuratorium der Ausstellung übernahm Stefan Fulz, der während der Ausstellungseröffnung den Anwesenden Interessantes über die Mahnsäulen und ihre Hintergründe berichten konnte. Wer an dem Tag nicht dabei sein konnte, kann sich übrigens zukünftig über QR-Codes und das Smartphone diese Informationen bei einem Besuch vor Ort zukommen lassen.

Landrat Ralf Reinhardt zeigte sich beeindruckt von den neu hergerichteten Säulen: "Mit dieser Ausstellung, einer Allee der Freien Heide, entsteht auch ein neuer Bildungsauftrag und eine Anregung, bei diesem Thema im Gespräch zu bleiben und die Erinnerung wach zu halten. Diese Ausstellung ist möglich geworden, da sich das Amt Temnitz mit großem Engagement um die Umsetzung bemüht hat. Wir wollen hier auch künftig die Dinge gemeinsam entwickeln."

Amtsdirektor Thomas Kresse: "In Zeiten von Krieg und Aufrüstung kommt dieser Ausstellung eine ganz bedeutende Rolle zu. Nichts ist mehr selbstverständlich. Aktuell wird der 'Fliegerhorst Holzdorf', an dem ich selbst meine Grundausbildung bei der Bundeswehr absolviert habe, zum wichtigsten Luftwaffenstützpunkt ausgebaut. Im gleichen Moment stehen wir hier und erinnern an den erfolgreichen Kampf zur Aufgabe des Bombodroms. Dieser Widerspruch ist schwer zu verdauen, macht nachdenklich und zeigt, dass wir für internationale Konflikte andere Lösungen brauchen."

Das Programm „Heidesommer – 15 Jahre Freie Heide“ wurde vom Amt Temnitz gemeinsam mit dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin und in Kooperation mit Netzeband Kultur ins Leben gerufen. Dieser besondere Heidesommer begann bereits Anfang Mai mit dem Konzertwochenende „OMEGA – die 12 Lebensprinzipien“ und endet mit dem Scheunensymposium „FREIe Heide – was war und was bleiben wird“ am 6. September sowie dem Temnitzer-Heide-Lauf am 7. September 2024 als krönenden Abschluss.

Offizielle Eröffnung der neuen Dauerausstellung auf dem Wanderweg vom Parkplatz Pfalzheim zum Heideturm mit Ulrike Laubenthal von der Friedensscheune Zempow, Landrat Ralf Reinhardt, Tischler Simon Schulte, Amtsdirektor Thomas Kresse, Kurator Stefan Fulz, Naturparkleiter Dr. Mario Schrumpf und Sigune Schmidt-Ulbrich von der REG (von rechts). Die Anwesenden stehen neben einer Mahnsäule von Wolfgang Dicks - Mensch mit Schlange. Die Säule wurde im Oktober 2007 bei der 106. Protestwanderung errichtet. Der ursprüngliche Standort befand sich in Neu Lutterow. © LK OPR
Offizielle Eröffnung der neuen Dauerausstellung auf dem Wanderweg vom Parkplatz Pfalzheim zum Heideturm mit Ulrike Laubenthal von der Friedensscheune Zempow, Landrat Ralf Reinhardt, Tischler Simon Schulte, Amtsdirektor Thomas Kresse, Kurator Stefan Fulz, Naturparkleiter Dr. Mario Schrumpf und Sigune Schmidt-Ulbrich von der REG (von rechts). Die Anwesenden stehen neben einer Mahnsäule von Wolfgang Dicks - Mensch mit Schlange. Die Säule wurde im Oktober 2007 bei der 106. Protestwanderung errichtet. Der ursprüngliche Standort befand sich in Neu Lutterow. © LK OPR

11.06.2024 
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