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Rund 40 Zuhörer:innen kamen jüngst in die Stadtbücherei Fehrbellin, um der Autorin Simone Veenstra zu lauschen. Im Rahmen des 28. Literarischen Bilderbogens las sie aus ihrem neuesten Roman "Gezeitenkinder", den sie - inspiriert von dem Leben ihrer Mutter - unter dem Pseudonym Luise Dieckhoff verfasst hat.

Den Gästen in Fehrbellin verriet die Schriftstellerin, dass rund drei Jahre Arbeit in dem Roman, der sich dem Schicksal der sogenannten "Verschickungskinder" in den 1960er-Jahren widmet, stecken würden. Alleine zwei Jahre habe sie deutschlandweit in den verschiedensten Archiven unter anderem zu über 30 Kinderheimen recherchiert, berichtete Veenstra.

"Gezeitenkinder" selbst spielt in einem fiktiven Kindererholungsheim auf der Nordseeinsel Norderney im Jahr 1962. Voller Tatkraft treten dort Hanna und ihre Cousine Evi ihre erste Stelle weg von zuhause an. Während Evi die neuen Freiheiten genießt, widmet sich Hanna ihrer Aufgabe, den Kindern zu helfen und wird dabei Zeugin von Maßnahmen, die auf Misstrauen und Strafe statt auf Mitgefühl beruhen. Hanna erkennt rasch, dass dahinter kein Zufall, sondern ein System steckt, das seinen Ursprung tief im Nationalsozialismus hat. Das macht ihr auch Jan deutlich, ein junger Niederländer, der auf der Insel seine im Zweiten Weltkrieg verschleppte Tante sucht. Entschlossen stemmen sich die beiden gegen Angst und Stillschweigen.

Die Zuhörer:innen in Fehrbellin lauschten interessiert den vorgetragene Auszügen aus dem Roman sowie den Ausführungen von Simone Veenstra, und steuerten auch eigene Fragen zu dem Thema in der abschließenden Diskussionsrunde bei. Ein gelungener Abend in der Stadtbücherei Fehrbellin.

Die Autorin Simone Veenstra las aus ihrem neuesten Roman in der Stadtbücherei Fehrbellin. © LK OPR
Die Autorin Simone Veenstra las aus ihrem neuesten Roman in der Stadtbücherei Fehrbellin. © LK OPR

07.11.2023 
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