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Werbung für das Konzept 'Karower Kreuz 365+'

Außergewöhnliches Bild am Bahnhof Pritzwalk: Der Versuchszug der Deutschen Bahn, ein ehemaliger ICE mit Dieselantrieb, macht Halt in der Prignitz. Von Pritzwalk ging die Testfahrt weiter bis nach Kyritz und Neustadt (Dosse). © LK OPR
Außergewöhnliches Bild am Bahnhof Pritzwalk: Der Versuchszug der Deutschen Bahn, ein ehemaliger ICE mit Dieselantrieb, macht Halt in der Prignitz. Von Pritzwalk ging die Testfahrt weiter bis nach Kyritz und Neustadt (Dosse). © LK OPR

Die außergewöhnliche Fahrt des "advancedTrainLab" der Deutschen Bahn, der zu Messzwecken am Mittwoch von Güstrow über Karow, Pritzwalk und Kyritz bis nach Neustadt (Dosse) eingesetzt wurde, war Anlass für viele Menschen, sich noch einmal für den Erhalt dieser Nord-Süd-Bahnverbindung einzusetzen. Und mal ehrlich: Ein solcher Zug mit der Anmutung eines ICE auf dieser Strecke - symbolisiert dies nicht auch eine wunderbare Zukunftsvision? Jedenfalls konnte die Messfahrt dazu genutzt werden, sich erneut für den Erhalt und den Ausbau des Schienenverkehrs im nordwestlichen Brandenburg bzw. südlichen Mecklenburg einzusetzen. Bei der Fahrt des "advancedTrainLab" war auch entsprechend politische Prominenz an Bord, um gemeinsam mit den Menschen aus zwei Bundesländern und fünf Landkreisen bei zwei offiziellen Halten in Karow und Pritzwalk für die Umsetzung des Konzeptes 'Karower Kreuz 365+' zu werben, soll heißen die Schaffung einer alternativen westlichen Bahn-Verbindung von Berlin nach Rostock mit entsprechenden Knotenpunkten in Pritzwalk und Karow.

Im Pritzwalker Bahnhof war eine kleine Kundgebung vorbereitet worden, unter anderem mit Landrat Ralf Reinhardt, seinem Prignitzer Amtskollegen Christian Müller, dem Pritzwalker Bürgermeister Ronald Thiel und Ralf Böhme vom Netzbetreiber Regio Infra Nordost. Auch die Bundestagsabgeordnete Wiebke Papenbrock, die Landtagsabgeordnete Katrin Lange, die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke, der Neustädter Amtsdirektor Andreas Schumacher und der Meyenburger Amtsdirektor Matthias Habermann sowie viele andere Mitfahrende des Zuges und Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil. In einem waren sich alle Teilnehmenden einig: Es war wichtig, nach außen erneut ein deutliches Signal an den Bund und die beiden Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu senden, dass sich der ländliche Raum beim Thema Mobilität auf der Schiene nicht abhängen lässt. Es komme weiter darauf an, die Bahnverbindung von Neustadt (Dosse) über Kyritz und Pritzwalk, dann weiter nach Karow bis Rostock dauerhaft zu betreiben. Dies gehe nur mit einem durchgehenden Personenverkehr, der den Menschen vernünftig nutzbare Angebote unterbreite, die von früh morgens bis spät abends in Anspruch genommen werden können. Die klare Botschaft, die von Pritzwalk ausgehen soll: Die Strecke muss in jedem Fall befahrbar bleiben. Dies setzt vor allem die Unterstützung des Bundes voraus, aber auch die Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind gefordert, durchgehende Verkehre zwischen den Metropolen Berlin und Rostock langfristig zu bestellen und den Ausbau des Schienennetzes zu forcieren. Ralf Reinhardt: „Das Konzept 'Karower Kreuz 365+' bietet langfristige Perspektiven für alle Menschen in unserer Region, das es nun Schritt für Schritt umzusetzen gilt. Dass die bestehende Infrastruktur zügig und verlässlich für heute zeitgemäße Geschwindigkeiten von 140 km/h und mehr und damit für attraktive Reisezeiten ausgebaut werden kann, hat unsere Testfahrt zwischen Karow und Malchow in Mecklenburg deutlich unter Beweis gestellt. Hier erwarten wir ein politisches Strukturbekenntnis des Bundes, wie es bei der Autobahn A14 vor mehr als einem Jahrzehnt geschehen ist." Auf diese Situation wies unter anderem auch eine Gruppe von Menschen aus dem Amt Meyenburg hin, die mit Transparenten am Pritzwalker Bahnhof den Zug in Empfang nahm, um ihrer Forderung nach einem Erhalt und Ausbau der Bahnstrecke Ausdruck zu verleihen.

Haben sich auch in Pritzwalk für den Erhalt der Strecke und den Ausbau einer westlichen Nord-Süd-Bahnverbindung stark gemacht: Landrat Ralf Reinhardt, die Bundestagsabgeordnete Wiebke Papenbrock, der Prignitzer Landrat Christian Müller, die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke, Neustadts Amtsdirektor Andreas Schumacher und die Landtagsabgeordnete Katrin Lange. © LK OPR
Haben sich auch in Pritzwalk für den Erhalt der Strecke und den Ausbau einer westlichen Nord-Süd-Bahnverbindung stark gemacht: Landrat Ralf Reinhardt, die Bundestagsabgeordnete Wiebke Papenbrock, der Prignitzer Landrat Christian Müller, die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke, Neustadts Amtsdirektor Andreas Schumacher und die Landtagsabgeordnete Katrin Lange. © LK OPR

Mittlerweile gebe es Hoffnung, so Prignitz-Landrat Christian Müller: „Ich bin froh, dass es mittlerweile zum Erhalt der Strecke erste ermutigende Signale aus beiden Landesregierungen gibt. Nachdem die Strecke im vergangenen Jahr vor dem Aus stand, gibt es nun erstmal eine Potenzialanalyse. Und wir sind guter Dinge, dass danach der Erhalt der Strecke steht.“ Doch soll die Verbindung darüber hinaus zukunftsfest werden, sollten die vorhandenen Ideen und Konzepte in die Tat umgesetzt werden. Christian Müller: „Schon in unserer Meyenburger Erklärung haben wir deutlich gemacht, welches Potential wir in dieser Strecke und in der Durchbindung von Berlin nach Rostock sehen. Darum werben wir für unser Konzept."

Ein Zug, der aussieht wie ein ICE, auch wenn es „nur“ ein Messzug der Bahn ist, sei auf einer kleinen Bahnstrecke wie der von Karow über Meyenburg und Pritzwalk nach Kyritz und Neustadt (Dosse) eine Schau und eine Werbung für die Verbindung, findet auch Ralf Böhme vom Schienennetzbetreiber Regio Infra Nord-Ost: „Wir nehmen das zum Anlass zu zeigen, was wir uns von einem modernen und attraktiven Schienenverkehr versprechen. Dafür haben wir das länderübergreifende Konzept entwickelt“, erklärt Böhme zum Abschluss der Kundgebung in Pritzwalk. Und klar ist auch, dass es nicht die letzte Veranstaltung gewesen sein dürfte, um deutliche Zeichen für den Erhalt und den Ausbau dieser für den ländlichen Raum so wichtigen Nord-Süd-Bahnverbindung zu setzen.

Das vorgestellte Konzept sieht den Ausbau des Schienennetzes mit attraktiven Angeboten für die Menschen in der Region vor. So soll es künftig unter anderem eine leistungsfähige Nord-Süd-Bahnverbindung von Rostock nach Berlin geben. © LK OPR
Das vorgestellte Konzept sieht den Ausbau des Schienennetzes mit attraktiven Angeboten für die Menschen in der Region vor. So soll es künftig unter anderem eine leistungsfähige Nord-Süd-Bahnverbindung von Rostock nach Berlin geben. © LK OPR


18.09.2023 
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