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Brandenburgs Landwirtschaftsminister Axel Vogel hat sich in dieser Woche gemeinsam mit Vertreter:innen des Landkreises, der REG Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg und der LAG Ostprignitz-Ruppin über drei LEADER-Förderprojekte der ländlichen Entwicklung in Ostprignitz-Ruppin informiert. Die Projekte in Vielitz, Blankenberg und Kyritz zeigen beispielhaft und ganz unterschiedlich, wie leerstehende Gebäude saniert, modernisiert und anschließend umgenutzt werden. In Gesprächen mit den Projektträgern wurde veranschaulicht, wie die Wege von der ersten Idee bis zur Umsetzung des Projekts verlaufen können und welche Fördermöglichkeiten dafür bestehen.

Agrarminister Axel Vogel: "Die drei Projekte der LEADER-Region Ostprignitz-Ruppin stehen beispielhaft für die Bandbreite von LEADER und können Vorbildcharakter für weitere Projekte auch in anderen Regionen entfalten. Mit der Gestaltung der Ortskerne und der damit verbundenen Belebung wächst die Attraktivität des ländlichen Raumes. Projekte der innerörtlichen Gestaltung bilden das Fundament für weitere Entwicklungen.

Ansiedlungen beleben Ortsmitten, verringern den Flächenverbrauch, bewahren die Baukultur und werten Freiräume auf. Häufig erfahren dadurch Gebäude, die für das Ortsbild prägend oder eng mit dem Ortsleben verbunden sind oder waren, eine neue nachhaltige Nutzung, die identitätsstiftend wirkt und von der der ländliche Raum profitiert.“

Die vorgestellten Projekte:  

In Vielitz, einem Ortsteil der Gemeinde Vielitzsee im Amt Lindow (Mark), besuchte der Minister das zusammen mit Studierenden der School of Design Thinking des Hasso-Plattner-Instituts entwickelte Projekt „The Vield“. Eine ehemalige Viehscheune wurde behutsam und nachhaltig zu einem modernen „Seminarhaus“ umgebaut. Gleichzeitig blieb das Gebäude als klassischer Bestandteil des Dorfkerns erhalten und wurde so neu in Szene gesetzt. Entstanden ist ein innovativer Arbeitsort abseits klassischer Bürowelten, der von Unternehmen und Teams angemietet werden kann. Das Erdgeschoss dient dem innovativen, kooperativen Arbeiten mit offener Küche. Das Obergeschoss bietet Raum für Kommunikation, Rückzug und 20 Kojen-Schlafplätze. Die Gesamtkosten betragen rund 490.000 Euro. Gefördert wird das Projekt mit rund 118.000 Euro LEADER-Mitteln durch das Land und die Europäische Union.

Das Gut Blankenberg in einem kleinen Dorf mit 60 Einwohnerinnen und Einwohnern in der Gemeinde Wusterhausen/Dosse, eine gute Stunde westlich von Berlin gelegen, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Zum Gut gehören unter anderem das Herrenhaus, ein Gartenhaus und eine Getreidehalle. Das Ensemble von 1780 wird nach und nach behutsam und nachhaltig saniert – mit dem Ziel, einen hochwertigen Begegnungs- und Seminarort zu schaffen. Die Projektträger, zwei junge Männer aus Berlin, streben eine zeitgenössische Nutzung und Entwicklung des Hauses an, die historische Details respektiert und bewahrt und gleichzeitig sowohl gewinnbringende wie auch gemeinnützige Aktivitäten ermöglichen soll. Der technische Betrieb des Objekts wird komplett klimaneutral bis klimapositiv laufen, was nicht selbstverständlich für ein Denkmalobjekt ist. Neben den Fördermitteln der ländlichen Entwicklung erfolgte auch eine Förderung durch das Denkmalschutz-Sonderprogramm des Deutschen Bundestags, durch das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM) und die Stiftung Denkmalschutz. Die Gesamtkosten betragen rund 250.000 Euro. Gefördert wird das Projekt mit rund 112.000 Euro aus LEADER-Mitteln.

Ein weiteres Projekt befindet sich in der Stadt Kyritz. Hier hat der Kreisbauernverband Ostprignitz-Ruppin e.V. (KBV) im Jahr 2020 ein Gebäude im Zentrum der Stadt erworben, in dessen Obergeschoss die Geschäftsstelle Raum fand. Im Erdgeschoss, in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Eisdiele, werden ein Regionalladen und ein Seminarraum hergerichtet. Geplant ist der Verkauf von regionalen Produkten ausschließlich über Verkaufsautomaten und ohne Ladenpersonal. Das Projekt wirkt dem innerstädtischen Leerstand von Handelsflächen entgegen und schafft Absatzmöglichkeiten und Angebote für Produkte von kleinen regionalen Erzeugern. Neben dem Verkauf regionaler Erzeugnisse sind Aktionstage und Verkostungen für Kunden in Zusammenarbeit mit den Herstellern und Produzenten geplant sowie verschiedene Formate zum Thema gesunde Ernährung. Das Projekt hat einen Umfang von rund 60.000 Euro. Gefördert wird es mit rund 27.000 Euro aus LEADER-Mitteln.

LEADER ist ein Förderansatz der Europäischen Union. Wörtlich verbirgt sich hinter der Abkürzung LEADER “Liaison Entre Actions de Développement de l’Économie Rurale”, zu Deutsch: “Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft”. Grundidee von LEADER ist es, Organisationen und Menschen aus verschiedenen Bereichen – von Kommunen über Unternehmen bis hin zu Vereinen und Privatpersonen – zusammenzubringen, um gemeinsam die Entwicklung ihrer Region voranzubringen. In jeder LEADER-Region entscheidet eine Lokale Aktionsgruppe (LAG) auf Grundlage einer gemeinsam erarbeiteten regionalen Entwicklungsstrategie (RES), für welche Projekte die LEADER-Fördermittel eingesetzt werden sollen.

Die LAG in Ostprignitz-Ruppin ist der Verein “Regionalentwicklung Ostprignitz- Ruppin e.V.”. Ein Regionalmanagement unterstützt die LAG und die regionalen Akteure dabei, Projektideen zu weiterzuentwickeln, Fördermittel zu beantragen und abzurechnen.

Sie möchten mehr über die LEADER-Fördermöglichkeiten wissen? Auf der Webseite der LAG Ostprignitz-Ruppin finden Sie weitere Informationen. 

Mit LEADER-Mitteln gefördert: Das moderne Seminarhaus The Vield in Vielitz im Amt Lindow (Mark), das vor dem Umbau als Viehscheune diente. © LK OPR
Mit LEADER-Mitteln gefördert: Das moderne Seminarhaus The Vield in Vielitz im Amt Lindow (Mark), das vor dem Umbau als Viehscheune diente. © LK OPR
25.08.2023 
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