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Biokraftstoff HVO als Übergangslösung beim Prignitz-Express

Offizielle Erstbetankung im Bahnbetriebswerk Neuruppin am Bahnhof West: Minister Guido Beermann befüllt den Tank eines Triebwagens des RE6 mit dem Biokraftstoff HVO. Die beiden Tanks des Zuges fassen jeweils 800 Liter. © LK OPR
Offizielle Erstbetankung im Bahnbetriebswerk Neuruppin am Bahnhof West: Minister Guido Beermann befüllt den Tank eines Triebwagens des RE6 mit dem Biokraftstoff HVO. Die beiden Tanks des Zuges fassen jeweils 800 Liter. © LK OPR

HVO - diese drei Buchstaben stehen für Hydrierte Pflanzenöle bzw. sind die Abkürzung für Hydrogenated Vegetable Oils. Dabei handelt es sich um einen Biokraftstoff, bei dem pflanzliche Altöle, wie beispielsweise altes Fett aus der Pommes-Bude, mittels katalytischer Reaktion unter Zugabe von Wasserstoff in Kohlenwasserstoffe umgewandelt werden. Ein großer Pluspunkt von HVO: Das auf diese Weise umgewandelte Pflanzenöl kann dann ohne Anpassung der Motorentechnik anstelle von Dieselkraftstoff verbrannt werden und hat dabei im Vergleich zu fossilem Diesel bis zu 90 Prozent weniger CO2-Emissionen. Auch die Tanks von Fahrzeugen, die vorher mit Diesel befüllt wurden, müssen nicht ausgewechselt werden. Entscheidende Vorteile, die nun auch beim Prignitz-Express (RE6) mitfahren werden, denn dort wird ab sofort der innovative Biokraftstoff in einem Probebetrieb auf Fahrten zwischen Wittenberge und Berlin zum Einsatz kommen.

"Wir setzen hier ein Zeichen mit viel Innovationskraft für die Mobilitätswende in Brandenburg", erklärte Brandenburgs Minister für Infrastruktur und Landesplanung, Guido Beermann, bei der feierlichen HVO-Erstbetankung des RE6 im Bahnbetriebswerk Neuruppin. Der Biokraftstoff sei allerdings nur als umweltfreundliche Brückentechnologie zu verstehen. Ziel bleibe die volle Elektrifizierung der Strecke des RE6, dazu befinde man sich weiter in Abstimmung mit allen Beteiligten. Bis zum Jahr 2037 soll der gesamte Bahnverkehr im Land Brandenburg dieselfrei sein, so Beermann. Und noch etwas ist wichtig: Für das alternative HVO, das in die beiden 800-Liter-Tanks der RE6-Triebwagen fließt, werden keine Ölpflanzen extra auf zusätzlichen Flächen angebaut und auch nicht das in die Kritik geratene Palmfett verwendet, sondern nur biologische Pflanzen- und Abfallreste verwertet.

Übrigens wird HVO nicht nur beim Prignitz-Express, sondern auch bei der Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft mbH (ORP) eingesetzt, zumindest bei der ORP-Niederlassung Wittstock/Dosse. Dort werden schon im Laufe dieser Woche die ersten Busse mit dem Biokraftstoff unterwegs sein und einen weiteren Beitrag zu mehr Klimafreundlichkeit leisten.

Vize-Landrat Werner Nüse macht eine Geruchsprobe, neben ihm der Vorsitzende der DB Regio Nordost, Carsten Moll, und Neuruppins Bürgermeister Nico Ruhle. HVO ist glasklar und im Gegensatz zum Dieselkraftstoff eher geruchsneutral. © LK OPR
Vize-Landrat Werner Nüse macht eine Geruchsprobe, neben ihm der Vorsitzende der DB Regio Nordost, Carsten Moll, und Neuruppins Bürgermeister Nico Ruhle. HVO ist glasklar und im Gegensatz zum Dieselkraftstoff eher geruchsneutral. © LK OPR


17.07.2023 
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